26December

Keynes ist nicht tot

F. Wackermann Politik » Wirtschaft

Konjunkturpaket
Dan Race – Fotolia.com

Keynes verstarb am 21.04.1946. Dennoch sind seine Thesen lebendig wie nie. Der Keynesianismus – so hört man es indirekt aus den Nachrichten heraus – soll aus der Finanz- und Wirtschaftskrise helfen.

Über 60 Jahre sind seit Keynes Tod vergangen und auch wenn sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass nicht jede Krise unbedingt durch den Keynesianismus zu lösen ist, schließlich ist nicht jede Wirtschaftskrise aufgrund einer mangelnden Nachfrage entstanden, so soll doch der Keynesianismus bei allerlei Krisen helfen. So auch dieser Tage.

Doch der Keynesianismus kann nur begrenzt helfen, so ist das sogenannte Deficit-Spending nur äußerst begrenzt möglich. Der Staat kann sich zwar stark verschulden, doch auch nicht unbegrenzt. Irgendwann muss der Staat soviel Geld für Zinsen, Zinseszins und Rückzahlungen aufbringen, das er an Bonität verliert und schließlich bessere Konditionen – sprich den Schuldnern bessere Zinsen – anbieten muss und damit noch einmal mehr Geld benötigt. Diese Spirale könnte, sofern sie nicht durchbrochen wird, zum Staatsbankrott führen.

Von dieser Gefahr sind die meisten Industriestaaten zur Zeit weit entfernt – und sollten auch ihr bestes tun um diesen Zustand beizubehalten. Denn ein Staatsbankrott führt auch zu einem Zusammenbruch der rechtsstaatlichen Ordnung.
Richter, Polizisten, Lehrer und Soldaten arbeiten nicht umsonst – wenn der Staat sie nicht bezahlen kann, oder will – so zerbricht die rechtsstaatliche Ordnung. Selbstjustiz, viele Verbrechen und ein Zerfall sämtlicher staatlicher Einrichtungen folgen daraus. Das Ende der Nachfrage würde somit aus der Nachfragepolitik selbst entspringen. Zugegebenermaßen ein etwas abstruses Beispiel.

Das Jahr 2008 hat gezeigt Keynes ist nicht tot und dieser Satz wird noch viel mehr für die folgenden Jahre gelten. Keynes ist nicht tot – aber man glaubt auch nicht mehr alle Probleme einfach durch nachfrage-orientierte Politik lösen zu können. Über 60 Jahre nach dem Tod von Keynes fragt man sich immer noch, was nach dem Keynesianismus kommen mag. Eine beachtliche Leistung, welche vermutlich auch in den kommenden Jahrzehnte als solche gelten darf.

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