
E-Mails und DSL statt Füllfederhalter und Briefmarke: Ein Horrorszenario für die dt. Post? Foto: ktsdesign – Fotolia.com
Der Briefmarkt schrumpft. So ging laut einer Presseerklärung der deutschen Post, der Umsatz im Brief-Bereich um etwa 4,5 Prozent zurück. Das ist für eine konjunkturabhängige Branche allerdings nicht verwunderlich. So wurde erklärt, dass die Werbekunden ihre Sendungen gedrosselt hätten womit insgesamt weniger Sendungen transportiert wurden.
Dennoch – insgesamt macht die Post Gewinne. Doch wie wird sich die deutsche Post in der Zukunft langfristig entwickeln?
Internet: Fluch und Segen zugleich
Die Post muss zum einen die Entwicklung des Internets fürchten – zum anderen profitiert das Unternehmen wie kaum ein anderer Konzern außerhalb der IT-Branche.
So gehen zwar der Post die Privatkunden, die regelmäßig Briefe versenden verloren. Der Prozess verläuft schleichend aber mit der Zeit werden wohl kaum noch Rechnungen und Dokumente mit der Post verschickt werden. Spätestens wenn ein Dienst wie das medial immer mal wieder präsente De-Mail weitestgehend akzeptiert und genutzt werden, wird der Dokumentenversand eher die Ausnahme werden als die Regel.
Zugleich profitiert allerdings die Post auch davon, dass immer mehr Waren online bestellt werden. Zwar herrscht bei den Paketversendern ein reger Wettbewerb. Doch Büchersendungen im unteren Gewichtsbereich werden fast ausschließlich über die Post versendet. Allerdings hat sich die Post bzw. DHL durch Packstationen nicht gerade ungeschickt positioniert.
Filialen – Ja, aber effizienter
Zudem – kaum einen Paketversand kann mit einem ähnlichen Filialnetz aufwarten wie die deutsche Post. Dieses Netz muss allerdings effizient genutzt werden. Große Postgebäude in winzig kleinen Städten mit einer größeren Auswahl an Büromaterial dürften längerfristig verschwinden, kleinere Shops in Supermärkten wo man auch Pakete in der Nähe des Wohnorts abholen kann, dürften weiterhin gute Bestandschancen haben. Dennoch wird vermutlich auf längere Sicht auch das Filialnetz der deutschen Post ausgedünnt werden, insbesondere im ländlicheren Raum.
Ausgedehnt hingegen müssen die Service-Leistungen. Preislich wird die Post, sofern sie an ihrem bisherigen Filial-Konzept festhält, nicht der günstigste Paketversender sein. Deshalb ist sie eigentlich dazu gezwungen sein sich durch Alleinstellungsmerkmale von günstigeren Anbietern abzusetzen. Packstationen alleine werden kaum ausreichen. Doch um langfristig auch noch erfolgreich zu sein muss man große Webshops und Versender großer Stückzahlen wie Amazon und Co. an sich binden – möglichst exklusiv.
Doch auch Privatkunden sollte man nicht völlig vernachlässigen. Schließlich entscheiden auch diese durch ihr Wünsche und ihre (Un-)Zufriedenheit nicht unwesentlich dazu bei, wer die Gunst der großen Versender erhascht.
Mitarbeiter
Die deutsche Post ist in Deutschland einer der größten Arbeitgeber. Doch die Post wird vermutlich kleiner. Weniger Post, bedeutet letztlich weniger Postboten und ganz andere Bedingungen. Dort wo Heute der Postbote wegen der vielen Sendungen zu Fuß geht, wird er vielleicht schon in einem Jahrzehnt mit einem Roller vorbeifahren.
Dennoch bleibt die Zustellung von Post recht Personalintensiv, sodass die Mitarbeiterzahl der Post nur langsam sinken wird.
Wenn das Filialnetz ausgedünnt wird und Briefkästen mangels Bedarf an vielen Orten verschwinden werden – so wird auch die Zahl der Post Mitarbeiter noch zusätzlich sinken. Es sei denn die Post expandiert und kauft andere Firmen auf.
Auf das Kerngeschäft besinnen?
Erst kürzlich hat die deutsche Post die Postbank abgestoßen und damit sicherlich keinen schlechten Deal gemacht. Es hat momentan den Anschein, als würde man sich von Dingen trennen, die nichts mit dem Kerngeschäft zu tun haben. Aber die Post hat kein klassisches Kerngeschäft mehr, auf das es sich verlässlich besinnen könnte. Zwar hat die Post in der Vergangenheit bewiesen, das sie ein verlässlichen Umsatz im Bereich erzielt – doch gerade angesichts einer schwächelnden Konjunktur kann man davon ausgehen, dass hier die Basis ein wenig wackelt.
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